Wandertags-Tagebuch

Geschichten und Aktuelles rund um den Wandertag

118. Deutscher Wandertag

Was für ein Sonntag: Feierstunde und Festumzug

In Lippe-Detmold gibt es wahrscheinlich keinen besseren Ort für eine Feierstunde, als das Landestheater in Detmold. So strömten die Wanderfreunde in die Logen und auf die Orchestersitzplätze dieser wunderschönen lippischen Kultureinrichtung. Die Auftritte von Megan Marie Hart und Nando Zickgraf zeigten die Qualität des Hauses. Zudem spielte das Orchester Vahlhausen für die geladenen Gäste groß auf – Höhepunkt für die Wanderfreunde war sicher die Wanderhymne „Ein Wandervolk, ein einig Volk“ mit Begleitung des Orchesters. Wirtschaftsminister Prof. Dr. Pinkwart spannte in seiner Festrede den Bogen vom Wandern in sein Ressort und verdeutlichte die Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung. Der Minister ist nah am Thema, schließlich ist auch die Digitalisierung Schwerpunktthema in seinem Ministerium.  

 

Anschließend herrschte buntes Treiben in der Detmolder Innenstadt: Beim traditionellen Festumzug zum Deutschen Wandertag gaben sich heute Gastgeber wie Gastvereine die Ehre. Mit kreativen Kostümen und mehreren Spielmannszügen gab es viel zu sehen und zu hören, aber sehen Sie selbst:

Die Verbandswanderung führte auch vorbei an den Externsteinen
Gemeinsam unterwegs beim 118. Deutschen Wandertag

118. Deutscher Wandertag

Treffpunkt Schlossplatz

Beschäftigtes Wuseln rund um den Schlossplatz am Samstagvormittag: Der Aufbruch zu zahlreichen Wanderungen und Führungen trifft auf den Aufbau der Aussteller. Egal welche Frage sich die Gäste oder Standbetreuer stellen, die Ansprechpartnerinnen im Wandertagsbüro helfen persönlich oder am Telefon kompetent weiter. So ist es bereits seit Mittwoch der Fall und bis kommenden Montag bleiben die Türen des Wandertagsbüros in der Stadthalle geöffnet. 

Am Morgen zog auch die Verbandswanderung mit 150 Teilnehmern los auf eine Wandertour – 7,5 Kilometer mit viel Abwechslung! Verschiedene Vorstände und Vorsitzende aus fast allen deutschen Wandervereinen waren mit dabei. Zwischen Adlerwarte und Externsteinen sprang der Landrat bei der Falkenburg als Burgführer ein. Ein weiterer Wandertipp, Sie sollten langsam erkennen, an einer Rückkehr nach Detmold-Lippe führt kein Weg vorbei. 

Abwechslungsreich war auch das Programm auf der Bühne nahe der Tourismusbörse. Beispielweise folgte innerhalb weniger Minuten auf den Auftritt des Männergesangvereins Eintracht Voßheide der Klimaschutzrap von Rapper Montez als Einleitung auf einen Infotalk über Mobilität. Den sommerlichen Tag nutzten viele Wanderfreunde und Lipper, um das Ambiente zu genießen oder über die Tourismusbörse zu gehen. Die 70 Aussteller beraten Sie noch einmal Morgen, am Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr. 

Musik von Sandra Lubos
Gruppenbild vor dem Kreishaus mit den internationalen Gästen
Mitgliederversammlung im Kreistagssitzungssaal

118. Deutscher Wandertag

Von der Mitgliederversammlung zum Rudelsingen

Den Deutschen Wandertag nutzt der Deutsche Wanderverband traditionell für die jährliche Mitgliederversammlung. In Lippe-Detmold stand Musik vor den Tagesordnungspunkten auf der Agenda: Die Sängerin Sandra Lubos ist in Detmold als das Gesicht der musikalisch-mittelalterlichen Stadtführungen bekannt, sie verkörpert die Rolle der armen Magd Anna Maria Koch. Im Outfit für eine thematische Stadtführung überraschte sie die Wanderfreunde im Kreistagssitzungssaal durch ihre kraftvolle Stimme und pointierte Texte über die Region. 

Währenddessen waren wieder zahlreiche Wanderer auf Touren gemeinsam unterwegs, so auch internationale Gäste, beispielsweise waren Wanderfreunde aus den lippischen Partnerstädten und -kreisen (Kaunas, Lutsk und Chodzież) angereist. Auf dem Programm: Wanderungen, Sightseeing und Veranstaltungen. Höhepunkte am Freitag waren sicher das Rudelsingen, wobei Tobias Sudhoff und Band den Schlossplatz in eine riesige Karaoke-Party verwandelten, oder der Aufritt von „Das Wunder“ am Abend.

Holzkunstwerke für die Gastgeber des Wandertags
Empfang der Wimpelgruppe aus Eisenach
Eröffnungsveranstaltung des 118. Deutschen Wandertags

118. Deutscher Wandertag

Der Tag der Eröffnungen

Fast immer dabei am Tag der Eröffnungen: Die Wimpelgruppe aus Eisenach. Die Tagebucheinträge der vergangenen Tage berichteten bereits über die Wanderung Richtung Lippe-Detmold, auf dem Schlossplatz wurde die Wimpelgruppe nun herzlich empfangen. Bürgermeister Rainer Heller überreichte eine Reisebackmischung Pickert, die in Lippe typische Spezialität. Für Verpflegung für eine der kommenden Wanderungen ist also gesorgt. Die Wimpelwandergruppe zeigt aktuell beim Besuch in Lippe-Detmold, wie viel Spaß ein Wandertag auch noch ein Jahr nach der Ausrichtung der Veranstaltung macht. 

Brauchen auch Sie Anregungen für den nächsten (Wander)Urlaub? Landrat Dr. Axel Lehmann eröffnete am Donnerstag mit Detmolds Bürgermeister die Tourismusbörse auf dem Schlossplatz. 70 nationale und internationale Aussteller haben schon am ersten Tag viele Wanderer gelockt – bis Sonntag können die Lipper und Gäste des Wandertags jeweils zwischen 10 und 18 Uhr über die Tourismusbörse flanieren. Auch für die Gastgeber hat sich der Besuch gelohnt, denn die Lebenshilfe Detmold e.V. machte ein tolles Geschenk! Das Holzkunstwerk mit dem Logo des Wandertags hängt nun bald im Kreis- und Rathaus.

Am Abend folgte die Eröffnungsveranstaltung im Konzerthaus der Hochschule für Musik. Der 118. Deutsche Wandertag ist damit offiziell eröffnet. Nach seiner Festansprache überreichte Ministerpräsident Armin Laschet Zertifikate für sechs Qualitätswanderwege in Lippe.

Besuchen Sie uns also wieder in Lippe-Detmold und wandern auf den neu zertifizierten Wegen: „Aktiver Rucksack“ Oerlinghausen, „Tönsbergblicke“ in Oerlinghausen, „Wilddiebsroute“ in Nordlippe, „Försterteiche-Staffpark“ in Lemgo „Bärenstein-Route“ in Holzhausen/Externsteine sowie „Pivitker Wasserweg“ in Detmold.

Zahlreiche Einträge ins Gästebuch: Ulrich Böckel und 1. Stadtrat von Grebenstein, Horst Wolff, am 11.08.
Ulrich Böckel und Hans-Hermann Blum, Bürgermeister Willebadessen, am 13.08.
Ulrich Böckel und Christa Heinemann, stellv. BGM Bad Driburg, am 14.08.
Ulrich Böckel und Renate Mügge, 1. Vorsitzende der Abteilung Heimatverein des Eggegebirgsvereins, am 14.08.

Wimpelwanderung 2018 aus Eisenach

Geschafft – Wimpelwanderer nach 224 Kilometern in Detmold angekommen

 

Geschafft – im wahrsten Sinn des Wortes: Wir haben die gesamte Strecke von Eisenach nach Detmold geschafft und sind nach den 224 Kilometern zu Fuß auch ein wenig geschafft. Aber zugleich sind wir auch stolz, glücklich und fühlen uns fitter als vor 2 Wochen zum Auftakt. Beine und Füße sind eingelaufen, der Rucksack zwickt nicht mehr auf den Schultern, viele neue Eindrücke, schöne Begegnungen, Bekanntschaften und lustige Episoden am Rande haben wir im Gepäck. Wandern verbindet – die gemeinsame Aufgabe, das „olympische“ Wander“feuer“ nach Detmold zu bringen, hat nicht nur die 16 Wimpelwanderer zusammengeschweißt. Auch die vielen Begleiter sind uns rasch ans Herz gewachsen, vor allem diejenigen, die uns auf mehreren Etappen begleitet haben. Auf unserer letzten Etappe waren sehr viele Wanderfreunde an unserer Seite, denen es eine Herzensangelegenheit war, mit den Wimpelwanderern gemeinsam in der Wandertagshauptstadt 2018 einzuziehen. Nun kann er starten, der 118. Deutsche Wandertag. Wir freuen uns jedenfalls auf die Tage in Detmold.

Die letzte Etappe von den Externsteinen über das Hermannsdenkmal bis in die Innenstadt von Detmold war sozusagen die Krönung unserer Wimpelwanderung. Das Denkmal soll an den Cheruskerfürsten Arminius und die Schlacht im Teutoburger Wald im Jahr 9 erinnern, als germanische Stämme drei römischen Legionen eine bittere Niederlage bescherten. Das gigantische Denkmal ist mehr als 50 m hoch und die Figur mit Schild und Schwert wiegt mehr als 44 Tonnen.

Als erste „Amtshandlung“ nach Ankunft auf dem Detmolder Marktplatz wurden die 16 strammen Wimpelwanderer aus Thüringen auf der Bühne vor all den vielen angereisten Wanderfreunden aus Nah und Fern empfangen und offiziell begrüßt. Und am Abend folgte mit einer offiziellen Veranstaltung die Eröffnung der 118. Ausgabe des Deutschen Wandertages. Der Deutsche Wandertag wird seit 1883 jedes Jahr organisiert. Nur während der beiden Weltkriege war die Kontinuität unterbrochen.

Auf unseren elf Etappen von Eisenach bis nach Detmold hatten wir zahlreiche Begegnungen mit Wanderfreunden anderer Vereine und Verbände sowie Vertretern von Städten, Gemeinden oder Landkreisen. Es ist Tradition, dass jede Wimpelwandergruppe eine Chronik im Nachgang erstellt, die dann ein Jahr später zum nächsten Deutschen Wandertag an den Deutschen Wanderverband übergeben wird. Dafür haben wir reichlich Eindrücke gesammelt und Fotos gemacht – und wir haben ein Gästebuch geführt. Alle, die uns unterwegs begrüßt und empfangen haben, hatten Gelegenheit, sich mit ein paar Worten darin zu verewigen. Dafür, dass wir auch niemanden unterwegs vergessen haben und sich das Gästebuch auch schön füllte, zeichnete Ulrich Böckel verantwortlich, stellvertretender Fürsteher des Rennsteigvereins 1896 e.V. und Vorsitzender der Ortsgruppe Stedtfeld. Er hielt immer zur rechten Zeit unsere Gästebuchblätter, Stift und Schreibunterlage bereit und hält die Einträge sorgsam verwahrt.

Wimpelwanderung 2018 aus Eisenach

200 köpfige Wandergruppe auf den letzten Kilometern

 

Die Gegend hier rund um Detmold ist wunderschön und eine ideale Wanderregion. Das fanden auch die etwa 190 Wanderfreunde, die mit uns gemeinsam die letzte Etappe absolvierten. Das war schon eine logistische Meisterleistung, die vielen Fußgänger zu koordinieren. Schon bei unserer morgendlichen Ankunft an den Externsteinen staunten wir nicht schlecht, als uns allenthalben „Gut Runst!“ und „Frisch auf!“ zugerufen wurde.

Die bunte Truppe der zumeist in farbenfroher und einheitlicher Vereinskleidung erschienenen Mitwanderer machte schon etwas her. Der Rennsteigverein war sogar mit einem Akkordeonspieler angereist, der die Mannschaft auf die bevorstehende Strecke einstimmte.

Die letzten 14,5 Kilometer der insgesamt 224 Kilometer zählenden Tour fand wieder bei strahlendem Sonnenschein statt. Und natürlich ließen es sich die meisten auch nicht nehmen, auch noch die etwa 65 Stufen hinauf zur Aussichtsplattform unter dem gigantischen Hermannsdenkmal zu erklimmen. Von dort oben bot sich uns eine wunderbare Rundumsicht auf das Lippische Land.

Der 118. Deutsche Wandertag steht unter dem Motto „Gemeinsam unterwegs“ – und wie in Eisenach vor einem Jahr sind nicht nur die vielen Wanderer gemeinsam unterwegs. Das Motto gilt insbesondere auch für die vielen Partner, die ein solches Großereignis organisieren und vorbereiten und dazu beitragen, dass es zu einem Erfolgserlebnis für alle wird. Und in diesem Jahr steht das Motto natürlich auch für die Wimpelwanderer, die als Gruppe und mit vielen zusätzlichen Begleitern gemeinsam unterwegs waren.

Mit dem Tragen des Wandertagswimpels nach Detmold ist eine Aufgabe und Tradition erfüllt. Die Wimpelgruppe übergab diesen symbolträchtigen Staffelstab an den Deutschen Wanderverband – wird ihn aber für die nächsten 3 Tage noch gut verwahren. Am Montag zum Abschluss des diesjährigen Wandertages bekommt den Wimpel der Ausrichter des nächsten – Schmallenberg/Winterberg.

Am Freitag standen für alle Funktionsträger der verschiedenen Wanderverbände Beratungen und Mitgliederversammlungen auf dem Programm. Alle anderen konnten die Zeit nutzen für eigene Aktivitäten – einen Stadtbummel durch Detmolds Altstadt, den Besuch der Adlerwarte Berlebeck oder anderes, der Möglichkeiten boten sich viele.

Auf der zum Deutschen Wandertag gehörigen Tourismusbörse stellt sich selbstverständlich auch die Eisenach-Wartburgregion Touristik GmbH mit den vielfältigen Kultur-, Wander- und Ausflugsmöglichkeiten in und um Eisenach vor. Der Stand ist immer gut besucht von interessierten Wanderfreunden, die sich für eventuelle neue Urlaubs- und Wanderziele inspirieren lassen wollen. Neben vielfältigem Infomaterial werden den Mitarbeiterinnen – Marlen Knötig-Döll sowie Rosa Schulz nebst Geschäftsführerin Heidi Günther – auch die alten (aus dem letzten Jahr) und neuen Multifunktionstücher, Stocknägel und Wandertagstassen aus den Händen gerissen. Außerdem können die Wanderer die begehrten Wimpelbänder vom letzten Wandertag in Eisenach erwerben.

Abschluss der Auftaktwanderung am Europäischen Wanderkreuz

118. Deutscher Wandertag

Gelungener Auftakt am Wanderkreuz

Auftaktwanderung gelungen: Knapp 200 Wanderfreunde trafen sich beim Europäischen Wanderkreuz bei den Externsteinen. Ein passender Ort für den „Europatag“, denn in der Wanderregion Teutoburger Wald/Eggegebirge kreuzen sich die ersten Fernwanderwege Europas: der E1 und der R1.

Mit dabei am Wanderkreuz waren Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, sowie die Wimpelgruppe aus Eisenach mit Oberbürgermeisterin Katja Wolf und Christine Lieberknecht, ehemalige Ministerpräsidentin Thüringens. Die Wanderung mit Manuel Andrack führte vom Vogelpark mit einer Zwischenstation bei der Adlerwarte zu den Externsteinen. Am ersten Tag des Wandertags in Lippe-Detmold ein schönes Erlebnis für die Teilnehmer.

Wandern Sie die Route nach! Unser Tipp: Nutzen Sie zum Einstieg in die Wandertour den ÖPNV. Die Touristiklinie 792 – der Naturparkbus verbindet 14 Sehenswürdigkeiten und eine Vielzahl von Wander- und Radwegen. Haltestellen gibt es auch an den Etappen der Auftaktwanderung. 

Beide Regulierer im Einsatz: Rene Bauer vorn, Rolf Hesse im Hintergrund.
Hoher Besuch bei der Wandergruppe: Dr. Hans Ulrich Rauchfuß und Jürgen Wachowski.

Wimpelwanderung 2018 aus Eisenach

Auf den Spuren von Hermann dem Cherusker – Die zehnte Etappe

 

Überraschend erhielten die Wanderbotschafter aus Thüringen Besuch vom Deutschen Wanderverband – Präsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß und Hauptfachwart im Deutschen Wanderverband Jürgen Wachowski hatten herausgefunden, wo die Wimpelwandergruppe übernachtet und zu Abend isst und kam spontan auf einen Besuch vorbei. So viele Begrüßungen, Willkommen und Empfänge und nun auch noch der Besuch vom Vorstand: Die Wimpelwanderer fühlen sich sehr wertgeschätzt.

Nun sind wir schon im Teutoburger Wald unterwegs, auf den Spuren von Hermann dem Cherusker. Der vorletzte Wegabschnitt ist also bewältigt – das Ziel fast schon in Sicht. Die zehnte Etappe führte die sechzehnköpfige Gruppe von Bad Driburg durch das Eggegebirge. Preußische bzw. Lippische Velmerstot heißen zwei markante Kuppen des nördlichsten und mit 464 Metern höchsten Berges im Eggegebirge. Auf ersterer steht mit dem Eggeturm ein Aussichtspunkt, auf zweiterer prägen Heidelandschaft und zerklüftete Sandsteinfelsen die Landschaft. Beide Gipfel liegen etwa 650 Meter voneinander entfernt, sind aber durch einen schmalen Gebirgskamm miteinander verbunden.

Auf unserer Wanderung stießen wir dann auch schon auf den nächsten Wanderverein, den Teutoburger-Wald-Verein. Er richtet gemeinsam mit der Lippe-Tourismus-Marketing GmbH den 118. Deutschen Wandertag aus. Die hiesigen Wanderfreunde empfingen uns am Mittwoch an den Externsteinen: Dabei handelt es sich um eine markante Sandstein-Felsformation im Teutoburger Wald, die sich in ansonsten eher steinfreier Umgebung mehrere Hundert Meter lang wie eine Kette erstreckt und bis zu knapp 50 Meter hoch ragt. Mit Höhlen und Treppenanlagen sind die Externsteine ein beliebtes und lohnendes Wanderziel für Groß und Klein. Auch andere Vereinswanderer, die uns auf früheren Etappen begleitet hatten, stießen hier wieder zu uns. Und es wurde uns wiederum ein herzlicher Empfang durch zahlreiche Wanderfreunde bereitet.

Wir haben nur noch eine Etappe vor uns. Dafür, dass wir bis hierher sicher gekommen sind, sorgten auf den vergangenen Etappen auch unsere zwei sogenannten Regulierer. Sie treten immer dann mit ihren leuchtend roten Fähnchen in Aktion, wenn die Wandergruppe Straßen quert oder passiert. Das ist vor allem dann um so wichtiger, wenn die Gruppe durch zusätzliche Wanderfreunde in ihren Reihen recht groß ist. Zeitweise waren wir an die 50 Personen, die durch die Lande wanderten. Und dann zieht sich die Gruppe auch schon mal weiter auseinander. Die beiden Regulierer, René Bauer und Rolf Hesse, sorgen dann dafür, dass wir nicht zu weit entfernt voneinander die andere Straßenseite erreichen und Kraftfahrer auf die Wandersleute rechtzeitig aufmerksam werden. René Bauer vertritt als Wegewart den Rhönklub Breitungen in der diesjährigen Wimpelwandergruppe.

Rolf Hesse, Vorsitzender vom Thüringer Waldverein, fungiert zugleich auch als Signäler. Er sorgt für die Einhaltung der Pausenzeiten. Mit seinem Signalhorn zeigt er an, wenn eine Pause beendet ist, damit alle ihre Sachen zusammenpacken können, und gibt sozusagen den Startschuss zum Weiterwandern. Bei einer größeren Gruppe wie der unsrigen ist auch diese Funktion in ihrer Bedeutung für einen geregelten Ablauf nicht zu unterschätzen.

Nun haben wir nur noch die letzten 14,5 Kilometer bis zum Detmolder Marktplatz zu wandern – und auch das werden wir natürlich schaffen. So gut eingelaufen, wie wir alle mittlerweile sind, ist diese letzte Etappe dann nur noch ein Klacks.

Ohne Handy geht nichts: Lutz Hähner organisiert die Wimpelwanderung auch noch während er mitwandert.
Lutz Hähner mit Wanderfreund Willi Glunz.
Hähner mit Rudi Steuter vom Eggegebirgsverein und Christine Lieberknecht.

Wimpelwanderung 2018 aus Eisenach

Ziel der Wimpelwanderer in greifbarer Nähe

 

Das Gepäck ist schon mal am Zielort der Wimpelwanderer angekommen – wir müssen noch ein Stück des Weges zu Fuß zurücklegen. Aber alle Teilnehmer der Wimpelwandergruppe 2018 haben mittlerweile die neunte Etappe geschafft. Mit 16,2 Kilometern war diesmal die zweitkürzeste Strecke der gesamten Tour zu bewältigen. Sie führte vom Fernmeldeturm in Willebadessen durch das Naturschutzgebiet Asseler Wald und Herbram-Wald bis nach Bad Driburg, bekannt für sein Heilbad, den Gräflichen Park und die Glasproduktion. Auch diesmal – in der der Josef-Kliegel-Hütte sowie in der Driburger Hütte – war für alle Wanderer jeweils ein Empfang organisiert worden, durch die Abteilungen Asseln bzw. Heimatverein des Eggebgebirgsvereins. Zahlreiche Mitglieder hier aus der Region hatten uns wie bereits am Vortag wieder begleitet. Und immer noch sind unsere beiden treuen Begleiter – Sabine Oguntke aus Bielefeld und der Südthüringer Wanderfreund Egon Kämmler – an unserer Seite, Kilometer für Kilometer.

Nun sind wir schon in großer Gruppe fast 190 Kilometer gemeinsam zu Fuß unterwegs und die Stimmung ist nach wie vor super. Bisher hat auch alles wie am Schnürchen geklappt. Das verdanken wir nicht zuletzt der umsichtigen Planung von Lutz Hähner. Der stellvertretende Fürsteher des Rennsteigvereins 1896 e.V. und Landeswanderwart Thüringen hat die Wimpelwanderung 2018 im Wesentlichen organisiert und vorbereitet. Mittels verschiedener Apps und Softwaremöglichkeiten tüftelte er eine optimale Wegeführung und Etappeneinteilung aus, druckte Kartenmaterial, ermittelte und kontaktierte Unterkunfts- und Einkehrmöglichkeiten, nahm Verbindungen zu den an der Wegstrecke beheimateten Wandervereinen auf. Und er ist die gesamte Tour bereits zweimal abgelaufen, damit wir keine unerwarteten Überraschungen erleben und damit wir nicht zu viel Asphaltstrecke bewältigen müssen. Die Wimpelwanderer sind ihm für dieses ehrenamtliche Engagement in seiner Freizeit im Vorfeld sehr dankbar.

Aber auch unterwegs gibt es noch vieles zu klären, regeln oder abzustimmen – sei es, um den Zeitplan einhalten zu können, weil Wanderfreunde, die uns unterwegs treffen wollen, über unsere aktuelle Ankunftszeit informiert werden möchten, Essensbestellungen durchzugeben sind oder anderes. So ist Lutz Hähner während der Wanderung permanent mit seinem Mobiltelefon unterwegs und ein vielgefragter Mann, nicht nur an jeder Weggabelung, an der er wie überall genau aus dem Kopf weiß, wie und wo es weitergeht oder wie lang die Strecke bis zum nächsten Rastpunkt ist. Er sorgt generell für einen zügigen Ablauf der Wimpelwanderung, hält die Truppe zusammen, hat die Zeitpläne im Auge und dirigiert die Fahrer zu den entsprechenden Pausenplätzen. Und jeden Morgen und manchmal auch während des Tages sorgt er mit heiteren oder besinnlichen Wandersprüchen für Unterhaltung.

 

 

Wimpelwanderung 2018 aus Eisenach

Stets mit frischen Blumen am Wimpel unterwegs

Wir werden als Wimpelwandergruppe von vielen Wanderfreunden unterwegs begleitet. Auf den ersten Etappen hatten sich uns vor allem Mitglieder verschiedener Ortsgruppen des Werratalvereins angeschlossen. Vielfach überraschten sie uns unterwegs auch mit kleinen Raststationen – mal gab es Kaffee und Kuchen, mal wurde für uns gegrillt.
Auf der achten Etappe legten die Thüringer Wanderfreunde wiederum eine Strecke von etwas mehr als 20 Kilometern zurück, und zwar von Ossendorf über den Diemelweg ins Eggegebirge und auf dem Eggeweg bis nach Willebadessen/Kleinenberg. Seit wir am Wochenende im westfälischen Gebiet unterwegs sind, begleitet uns der Eggegebirgsverein mit seinem Hauptvorsitzenden Werner Hoppe. In Rimbeck bei Warburg führte er uns in die Elisabeth-Kirche – auch hier gab es also wieder einen Bezug zu Eisenach. Wo wir auch hinkommen – wir sind überall willkommen und werden herzlich aufgenommen.
Das gilt auch für die Städte und Gemeinden auf unserer Strecke. An manchen Tagen wandern wir von einem Empfang zum nächsten. So gab es am Samstag gleich drei offizielle Begrüßungen durch Vertreter der Orte an einem Tag – nach Immenhausen auch noch in Grebenstein durch den 1. Stadtrat Horst Wolff und in Niedermeiser, wo Harald Munser, Bürgermeister von Liebenau, zu dem der kleine Ort gehört, mit einem orangefarbenen Moped zu uns eilte, um uns zu begrüßen. Am Sonntag empfingen uns Hans-Josef Bodemann, stellvertretender Bürgermeister von Warburg, sowie Johannes Reineke, Vize-Landrat des Kreises Höxter, an der Diemelhütte. Hier spendeten uns die Pfarrer der beiden großen Kirchen, Patrizia Müller und Andreas Wilke, den Wandersegen für die weiteren Etappen. Und am Montag begrüßte uns der Eggegebirgsverein an der Johann-Kiene-Hütte in Willebadessen/Kleinenberg.
Die Begeisterung für das Wandern ist zumeist groß. Viele Kommunen auf unseren Etappen haben diese aktive Freizeitgestaltung für ihr Marketing entdeckt – sind auf Wanderer zu Fuß oder per Rad eingestellt, entwickeln vorhandene Wegstrecken weiter zu Premiumwanderwegen oder planen neue Routen, um Publikum in ihre Regionen zu ziehen.
Die Bedeutung der Wimpelwanderung allerdings überrascht viele. Für die Vereinswanderer ist es das größte Wandererlebnis überhaupt und eine besondere Ehre, an einer Wimpelwanderung teilnehmen zu dürfen. So ist es Tradition, dass dieser Wanderwimpel auch immer mit frischen Blumen geschmückt wird. Dafür sorgen in unserer Wandergruppe Susanne Hähner, Hauptwanderwartin des Rennsteigvereins, und Erika Böckel, die in Stedtfeld gemeinsam mit ihrem Mann Ulrich das Rennsteig-Wanderhaus betreut. Es war ein Zufall, dass genau während dieser Wimpelwanderung gleich beide Blumenschmückerinnen Geburtstag feiern konnten – vor ein paar Tagen Susanne Hähner und am Montag auch Erika Böckel. Und die beiden verbindet noch etwas – jede hat eine Zwillingsschwester.

Wimpelwanderung 2018 aus Eisenach

Wandern auf Luthers Spuren – logistisch und konditionell eine Meisterleistung

 

„Wandern auf Luthers Spuren“ – mit diesem Slogan des 117. Deutschen Wandertages vom vergangenen Jahr auf den Shirts sind die Wimpelwanderer derzeit unterwegs – und das überraschend sogar im wahrsten Sinn des Wortes. Auf unserer sechsten Etappe von Holzhausen/Reinhardshagen nach Niedermeiser empfing uns am Samstag Stadträtin Ute Krug im 1000 Jahre alten Immenhausen und stellte sogleich den Bezug her: Vor 60 Jahren war auf einem Dachboden eine wertvolle Gutenbergbibel aus der Zeit um 1452 entdeckt worden, die nach Forschererkenntnissen zwischenzeitlich sogar im Besitz des Reformators Martin Luther gewesen sein soll.

Auf ihrer Tour durch den Reinhardswald verließen die Wanderbotschafter aus der Wartburgregion nach einem kurzen Abstecher nach Niedersachen hessisches Gebiet und haben mittlerweile Nordrhein-Westfalen erreicht. Die sonntägliche siebte Tour führte uns weiter bis nach Ossendorf. Damit haben wir weitere 40,2 Kilometer zu Fuß zurückgelegt und kommen dem Zielpunkt Detmold immer näher.

Daran, dass alles so gut klappt, hat neben anderen Andreas Schiene vom Thüringen Forst einen ganz großen Anteil. Jeder in der Wimpelwandergruppe erfüllt ja eine spezielle Funktion. Andreas Schiene fungiert neben Gerd Betzold als Fahrer. Wenn ich anfangs in der Annahme war, diese Aufgabe beschränke sich allein auf den Transport der Gruppe zwischen Unterkunft und Start- bzw. Endpunkten der jeweiligen Etappe, so bin ich mittlerweile eines Besseren belehrt. Andreas Schiene sorgt für uns alle wie eine „Mutter der Kompanie“, wofür wir ihm sehr dankbar sind.

Nicht nur, dass er uns – wie auch Gerd Betzold, Vorsitzender der Ortsgruppe Hainich-Rennstieg im Rennsteigverein, - sicher von A nach B bringt. Er vollbringt logistische Meisterleistungen. In seinem privat zur Verfügung gestellten Anhänger hat das gesamte Gepäck der 16 köpfigen Gruppe Platz und im Heck des vom Thüringen Forst zur Verfügung gestellten Transporters stapeln sich Transportkisten, Kühlboxen, Isolierplanen, Getränkevorräte, Präsenttüten der Eisenach-Wartburgregion Touristik GmbH mit den Gastgeschenken und vieles mehr. Das zweite Fahrzeug stammt vom Kreissportbund Mühlhausen.

Andreas Schiene ist eigentlich den ganzen Tag beschäftigt, uns alle gut zu betreuen. Wenn beide Fahrer die Wandertruppe am Start abgesetzt haben, wird ein Auto am Endpunkt der Tour abgestellt. Dann bringt er Gerd Betzold wieder zurück auf die Wanderstrecke. Bevor er schon am nächsten Zwischenhalt wieder vor Ort ist, um uns mit Getränken zu versorgen, muss das Gepäck zur nächsten Unterkunft gebracht werden, gilt es zu tanken, einzukaufen und Kühlmöglichkeiten  für die Kühlakkus zu besorgen. Und wenn Andreas Schiene uns an den Rastplätzen erwartet, hat er auch noch einen Kanister mit Wasser, Seife und Papierrolle zum Händewaschen parat. Wir fühlen uns sehr gut umsorgt.

Wimpelwanderung 2018 aus Eisenach

Wandern bedeutet Begeisterung und Genuss

 

Die Wanderfreude ist bei allen Teilnehmern nach wie vor gleichbleibend hoch. Wir sind begeistert von den schönen Wanderwegen, der herrlichen Natur und den hübschen und imposanten Orten entlang der Strecke. Die Wimpelwanderung ist, trotz der sportlichen und wetterbedingten Herausforderungen für alle ein Genuss. Das blieb auch so, als gestern nach einem wiederum heißen Tag dann doch noch ein Regenguss knapp eine halbe Stunde vor Ende der Etappe für Abkühlung, aber auch ordentliche Durchnässung sorgte. Der guten Stimmung, den netten Gesprächen und der inneren Zufriedenheit am Ende eines jeden Tages kann das alles aber nichts anhaben.

Übrigens beginnen wir jede Wanderetappe am Startpunkt mit einer kleinen Morgenrunde, dem Text des Liedes „Gut Runst“ und einem passenden Gedicht oder Zitat, mit dem uns Wanderleiter Lutz Hähner auf den Tag einstimmt. Das heutige erinnerte an Theodor Fontane, der seinerzeit ebenfalls begeisterter Wanderer war.

Die fünfte Etappe führte uns heute von Ziegenhagen aus zumeist an der Werra entlang und am Zeltplatz Zella vorbei nach Hannoversch Münden, dann weiter über Tillyschanze, Mündener Stock und Gahrenberg bis zum Wanderparkplatz Roter Stock bei Holzhausen/Reinhardshagen. Mit dieser 22,1 km langen Etappe überschritten wir nicht nur die 100-Kilometer-Marke der gesamten Wimpelwanderung, sondern erreichten am Ende mit der Schnapszahl von 111 Kilometern bisheriger Gesamtwegstrecke auch fast schon die Hälfte der insgesamt geplanten 224 Kilometer auf dem Weg nach Detmold.

Nachdem wir den gestrigen Wandertag gemütlich im Ratskeller von Hannoversch Münden haben ausklingen lassen, konnten sich alle heute in der Mittagspause noch ein wenig die wunderschöne Altstadt ansehen, denn die Stadt lag diesmal in der Mitte der Tagestour. Und so gab es ausreichend Zeit zum Fotografieren und Umschauen, sei es an der Weserbrücke, dem Zusammenfluss von Fulda und Werra, vor dem stattlichen Welfenschloss oder in den von hübschen Fachwerkhäusern gesäumten Altstadtstraßen. Natürlich versammelten wir uns auch am Weserstein mit dem wohl vielen bekannten Spruch „Wo Fulda sich und Werra küssen, sie Ihren Namen büßen müssen…..“.

Unerwartet – aufgrund eines Kommunikationsproblems waren wir darauf gar nicht vorbereitet, aber natürlich freudig überrascht – bereitete uns die Stadt Hannoversch Münden auch noch einen herzlichen Empfang am Weserstein. Die stellvertretende Bürgermeisterin, Nortrud Riemann, begrüßte uns unter einer mächtigen Kastanie am Weserufer und gab uns die besten Wünsche für eine gelungene Wanderung mit auf den weiteren Weg.

Flügelaltar in der Lüderbeacher Dorfkirche
Stadtrat Gathamnn im weißen Shirt – Empfang der Wimpelwandergruppe an der Regener Hütte
Kurz vor Eschwege

Wimpelwanderung 2018 aus Eisenach

Vom Dreiflügelalter bis zur Fachwerkstadt Eschwege

Die erste Etappe haben fast alle Wimpelwanderer gut überstanden. Allerdings gab es auch einen Notarztbesuch am Wochenende. Grund war eine Allergie auf Absonderungen von Gräsern oder Pflanzen, die die bloßen Beine auf der Strecke nach Lüderbach gestreift hatten. War also die erste Etappe schon anspruchsvoll, so setzte die zweite Strecke noch einen drauf. Und dabei waren nicht die Kilometer das Problem. Vielmehr setzte den meisten die Hitze mit fast 40 °C zu – eine Temperatur, bei der so mancher Teilnehmer der Gruppe unter anderen Umständen wahrscheinlich auf solch eine Tour verzichtet hätte. Aber Eschwege wartete auf uns, und der Wimpel muss ja weiter.

Am Morgen startete die Truppe mit einer entspannten und interessanten Besichtigung des hochgotischen Flügelaltars in der Lüderbacher Dorfkirche, die uns der Geschichtskenner Reiner Methe zeigte. Das von außen unscheinbare und von innen prunkvolle Schnitzwerk, welches zufällig 1904 auf dem Dachboden der Kirche aufgefunden worden war und zuletzt 2009 eine vollständige Restaurierung erhalten hatte, stammt aus einer Eisenacher Werkstatt. Leider ist nicht mehr über den Künstler bekannt.

Die Hessischen Wanderfreunde werden es den Thüringern verziehen haben, dass sie sich mit einem „Gut Runst“ – dem vom Rennsteig bekannten Gruß - aus Lüderbach verabschiedeten. Immerhin waren wir ja nun schon im Wandergebiet des Werratalvereins, bei dem man mit Frisch auf grüßt.

Dann ging es los auf die 20,8 Kilometer lange Strecke. Begleitet wurden die Wimpelwanderer auch dieses Mal von einigen Wanderenthusiasten, die unterwegs auf Sehenswürdigkeiten, wie den Ars Natura, einen Wegabschnitt mit Kunstobjekten am Wegesrand, und Ausblicke aufmerksam machten. Der Weg führte uns über den Werra-Burgen-Steig, der schon bei der Auftaktwanderung begangen worden war, und den Barbarossaweg bis in das mehr als 1000 Fachwerkhäuser zählende Eschwege.

An der Regener Hütte einem Geschenk der Stadt Regen an ihre Partnergemeine Eschwege, wurden die Wanderfreunde von Stadtrat Heinz-Jürgen Gathmann empfangen. Heinz-Jürgen Gathmann ist Vorsitzender des Zweigvereins Eschwege im Werratal 1883 e.V. Die letzten 5 Kilometer bis ins Zentrum Eschweges begleitete er in Vertretung des Bürgermeisters die Wimpelwandergruppe, bevor diese durch die Tourismuschefin Jutta Riedel herzlich begrüßt wurde. Bei dem freundlichen Empfang vor der Tourist-Information wurden Gastgeschenke ausgetauscht.

Überall, wohin wir bisher gekommen sind, sind wir sehr freundlich aufgenommen worden als Botschafter Eisenachs und der Wartburgregion. Auch kurze Zufallsbegegnungen unterwegs münden in kleine Gespräche und die Wanderer geben Auskunft über den Zweck der Tour. Die Eschweger selbst kennen sich mit Wandertagen aus. 1987 war die Region im Werratal Ausrichter des 87. Deutschen Wandertages.

Übergabe des Wandertagswimpels vor dem Eisenacher Rathaus, Mitte Ktja Wolf, Oberbürgermeisterin, rechtsdaneben Lutz Hähner, Rennsteigwanderverein, dahinter Christine Lieberknecht, Präsidentin LV Thüringen im Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine
Eisenacher Wimpelwandergruppe – alle in blauen Wandertagsshirts – mit sie begleitenden Wanderfreunden, unter anderem aus Sebnitz (graue Shirts)
Die Wimpelwanderer am „Schlagbaum“ an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze; Überschreitung der Landesgrenze Thüringen-Hessen
Wanderfeunde bei der ersten Rast – Dr. Reinhold Brunner, Mitorganisator des 117. Deutschen Wandertages von der Stadt Eisenach, Christine Lieberknecht, Rolf Hesse (Signäler), Lutz Hähner
Ramona Brenk, Ortsvorsteherin Lüderbach, empfängt die Wimpelwanderer, rechts Lutz Hähner
Der älteste Teilnehmer der Auftaktwanderung – der 80jährige Rolf Danz aus Schmalkalden.

Wimpelwanderung 2018 aus Eisenach gestartet

Eisenacher Delegation hat erste Etappe von Thüringen bis Hessen geschafft

Die Wimpelwanderung 2018 ist gestartet. Eine 16köpfige Wimpelwandergruppe, angeführt von Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf, der Präsidentin des Landesverbandes Thüringen im Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine Christine Lieberknecht sowie dem stellvertretenden Fürsteher des Rennsteigvereins 1896 e.V. und Landeswegewart Thüringen Lutz Hähner startete am Samstag, 4. August 2018 am Eisenacher Rathaus mit dem Wandertagswimpel des Deutschen Wanderverbandes in Richtung Detmold. Dier Vertreter des letztjährigen 117. Deutschen Wandertages werden in insgesamt 11 Etappen die 223,8 Kilometer von der Wartburgstadt bis nach Detmold absolvieren.

Die ersten 23,4 Kilometer von Eisenach über Hörschel, Spichra, Pferdsdorf, Willershausen, Archfeld und Altefeld bis ins hessische Lüderbach hat die Gruppe schon geschafft. Unterstützung erhielt sie dabei von mehr als 30 Wanderfreunden. Sie kamen aus der Region, aus Eisenach, vom Rennsteig- bzw. Thüringer-Wald-Verein, vom Werratalverein. Sogar aus Bielefeld und Sebnitz waren Wanderbegeisterte angereist. Die vier Sebnitzer um Andreas Eggert gehörten zur letzten Wimpelwandergruppe. Sie hatten den Wandertagswimpel 2017 von Sebnitz bis nach Eisenach getragen.

Während sie im letzten Jahr vielfach bei Regenwetter unterwegs waren, stellt für die diesjährige Gruppe das hochsommerliche Wetter mit Temperaturen über 30 °C eine besondere Herausforderung dar – an die Kondition, aber auch an das mitzuführende Equipment. Denn ausreichende Getränkevorräte sind für alle Wanderer ein Muss in diesen Tagen. Um es den 48 Wimpelwanderern etwas leichter zu machen, gab es auf der Strecke Unterstützung – ein Getränkeposten des Rennsteigvereins bot in Spichra kühle Erfrischung, ein Begleitfahrzeug, das der Thüringen Forst bereitgestellt hatte, sorgte an etlichen Zwischenstationen für Nachschub und Freunde vom Werratalverein hielten eine Kühltasche mit Wasser und Apfelschorle zwischen Pferdsdorf und Willershausen bereit.

Der älteste Teilnehmer dieser ersten Tour war übrigens der 80jähige Rolf Danz aus Schmalkalden vom Thüringer-Wald-Verein / Ortsgruppe Höhnberger/Floh. Als begeisterter und geübter Wanderer hatte er keine Mühe, war er doch schon in vielen Wanderregionen und hat bereits 2001 sowie 2005 an Wimpelwanderungen teilgenommen. Im vergangenen Jahr unterstützte er als Wanderführer auf dem Rennsteig den 117. Deutschen Wandertag tatkräftig.

Zunächst ging es durch die Eisenacher Innenstadt gen Westen, über den Kirschberg hinauf auf den sogenannten langen Zug. Von diesem Höhenweg boten sich immer wieder schöne Ausblicke auf die Stadt, auf Wartburg und Inselsberg sowie ins Werratal. Die Truppe aus geübten Wanderfreunden war trotz der Hitze flott unterwegs. Kleinere Trinkpausen mussten aber immer wieder eingelegt werden.

Zwischen Pferdsdorf und Willershausen überschritt die Wandergruppe sozusagen die deutsch-deutsche Grenze. Hier am Grünen Band, wo vor 28 Jahren noch eine strikte Trennung zwischen beiden deutschen Staaten herrschte, hatten Mitglieder des Werratalvereins 1883 e.V., Zweigverein Südringgau, für eine Zeitreise gesorgt. Ein Schlagbaum war errichtet worden und die Wimpelwanderer erhielten zum herzlichen Willkommen 100 DM Begrüßungsgeld.

Hier hatte der Tross schon etwas mehr als die Hälfte der Wegstrecke geschafft, aber ein langer und sehr sonniger Weg, der insbesondere zwischen Willershausen und Archfeld den Wanderern einiges abverlangte, lag noch vor ihnen. Über den Werra-Burgen-Steig führte der Weg schließlich über Altefeld bis ins hessische Lüderbach, einen charmanten 150-Seelen-Ort mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Hier am Endpunkt der Etappe wurde die Wimpelwandergruppe sehr herzlich von Lüderbachs Ortsvorsteherin Ramona Brenk empfangen.

Nun können alle Füße ein wenig ausruhen, bevor es am Dienstag dann ab Lüderbach weitergeht.